Zielszenario
Im Zielszenario geht es darum, den aktuellen Gesamtenergiebedarf von Wärme bis 2045 fortzuschreiben. Dabei steht nicht nur die zukünftige Verteilung der Energieträger im Fokus, sondern ebenso die damit einhergehenden Treibhausgasemissionen sowie der Anteil leitungsgebundener Wärme im beplanten Gebiet.
Ziel ist, eine schrittweise Entwicklung weg von fossilen hin zu erneuerbaren Energieträgern aufzuzeigen, sodass die Wärmeversorgung bis 2045 klimaneutral gestaltet werden kann.
Die Basis des Zielszenarios stellt die Energiebilanz dar. Grundlage des Zielszenarios sind demnach ebenfalls die aus den durchschnittlichen Kesselleistungen resultierenden Wärmeverbräuche nach Energieträger wie sie vom Landesamt für Statistik zur Verfügung gestellt wurden. Dabei wurde die Sanierungsquote für jedes Bilanzjahr miteinbezogen, sodass eine stetige Reduktion des Endenergiebedarfs von Wärme zu vermerken ist. Hierfür wurde der aktuelle Verbrauch der jeweiligen Energieträger mit jenem Faktor multipliziert, welcher zu der für 2045 prognostizierten Reduktion des Gesamtendenergieverbrauchs von Wärme führt.
Alle fossilen Energieträger, die in dezentralen Versorgungsgebieten eingesetzt werden, wurden schrittweise durch dezentrale erneuerbare Energieträger ersetzt. Dabei wurde berücksichtigt, dass der Umstieg auf klimafreundliche Heiztechnologien voraussichtlich zunächst langsam beginnt, sich aber mit steigenden CO₂-Preisen und sinkenden Kosten für erneuerbare Heizsysteme zunehmend beschleunigen wird. Für das erste Bilanzjahr 2030 wurde daher eine Reduktion des fossilen Verbrauchs um 10 % angenommen. Diese Reduktion steigt im Jahr 2035 um weitere 20 %, im Jahr 2040 um zusätzliche 30 % und im Jahr 2045 schließlich um die letzten 40 %. Die jeweiligen Einsparungen wurden anteilig auf verschiedene erneuerbare Technologien verteilt: 75 % auf Wärmepumpen, 20 % auf Pelletheizungen und 5 % auf solarthermische Dach-Anlagen, die insbesondere für den Warmwassergebrauch genutzt werden. Für die Energieträger „Scheitholz“ und „Sonstige Biomasse“ wurde angenommen, dass sich ihr Anteil am Gesamtenergieverbrauch zum aktuellen Stand nicht verändert, weshalb ihr Anteil für die verschiedenen Bilanzjahre gleichbleibt.
Jedem Energieträger wurde darüber hinaus ein Emissionsfaktor zugewiesen, wodurch die aus dem Verbrauch nach Energieträger resultierenden THG-Emissionen berechnet werden können. Die Emissionsfaktoren für die verschiedenen Bilanzjahre stammen abermals aus dem für die Wärmeplanung vorgesehenen Technikkatalog (BMWK und BMWSB 2024a).
Das jeweilige Zielszenario der einzelnen Gemeinden Gädheim, Theres und Wonfurt können im Anhang des Wärmeplans eingesehen werden.
Endenergieverbrauch von Wärme nach Energieträgern ohne Strom bis 2045
Als erster Indikator des Zielszenarios nach §17 WPG, soll der jährliche Endenergieverbrauch der gesamten Wärmeversorgung in Kilowattstunden pro Jahr, differenziert nach Endenergiesektoren und Energieträgern dargestellt werden. Aktuell weisen die Kaminkehrer-Daten keine Informationen zu Endenergiesektoren auf. Aus diesem Grund wird an dieser Stelle der Endenergieverbrauch von Wärme lediglich nach Energieträgern dargestellt.
(Quelle: BAFA 2025, LfStat 2025a, Eigene Erhebungen und Darstellung EVF 2025)
Endenergieverbrauch von Wärme nach Energieträgern mit Strom bis 2045
Der aktuelle Gesamtenergieverbrauch für Wärme liegt bei rund 60.600 MWh. Entsprechend dem in Kapitel 6.3 dargestellten Sanierungspotenzial wird dieser Verbrauch bis zum Jahr 2045 schrittweise reduziert, sodass ein Zielverbrauch von knapp 57.400 MWh (ohne Strom) erreicht wird. Für die Dekarbonisierung dieses Wärmebedarfs werden verschiedene Formen von Wärmepumpen eine zentrale Rolle spielen. Damit die hierfür erforderliche Umweltwärme nutzbar gemacht werden kann, ist jedoch zusätzlicher Strom notwendig. Bezieht man diesen zusätzlichen Strombedarf in das Zielszenario mit ein, steigt der gesamte Energiebedarf trotz der sanierungsbedingten Verbrauchsreduktion auf rund 72.300 MWh an.
(Quelle: BAFA 2025, LfStat 2025a, Eigene Erhebungen und Darstellung EVF 2025)
Anteil der leitungsgebundenen Wärmeversorgung nach Endergieträgern bis 2045
Im Zielszenario für die Gemeinden Theres, Gädheim und Wonfurt der VG Theres werden keine zukünftigen Wärme- oder Wasserstoffnetzgebiete berücksichtigt, da im kommunalen Wärmeplan diese Art der Wärmeversorgung nicht ausgewiesen wird. Stattdessen wird die für das Gebiet der Verwaltungsgemeinschaft Theres dargestellte dezentrale Versorgung in das Zielszenario eingearbeitet.
Insgesamt verändert sich der Anteil der leitungsgebundenen Versorgung (ohne Strom) somit von 8 % auf 0 %. Die Zusammensetzung der Energieträger innerhalb der leitungsgebundenen Wärmeversorgung besteht ohne die zukünftige Umsetzung von Wärmeversorgungsgebieten durch Wärmenetze oder Wasserstoffnetze aus der Erdgasversorgung in Obertheres und Untertheres, da in der VG Theres aktuell nicht mit dieser Art der Versorgung gerechnet wird. Das bestehende Wärmenetz in Gädheim konnte aufgrund der nicht zur Verfügung gestellten genauen Abnehmerdaten in die Berechnungen und Darstellungen nicht einfließen. Aus diesem Grund stellt der Anteil der leitungsgebundenen Wärmeversorgung nach Energieträgern bis 2045 ebenfalls den jährlichen Energieverbrauch aus Gasnetzen nach Energieträgern in Kilowattstunden pro Jahr dar.
(Quelle: BAFA 2025, LfStat 2025a, Eigene Erhebungen und Darstellung EVF 2025)
THG-Emissionen der gesamten Wärmeversorgung in t bis 2045
Mit dem hier vorgestellten Zielszenario kann die Wärmeversorgung in den kommenden zwei Jahrzehnten nahezu vollständig dekarbonisiert werden. Ausgangspunkt sind im Jahr 2025 noch 15.714 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent. Bereits bis 2030 sinken die Emissionen der Treibhausgase um etwa 11,1 % auf 13.967 Tonnen. Im Jahr 2035 ist gegenüber dem Ausgangswert eine Reduktion um rund 31,3 % auf 10.798 Tonnen erreicht. Bis 2040 liegen die Emissionen mit 6.298 bereits um rund 59,9 % unter dem Ausgangswert. Im Jahr 2045 beträgt der Ausstoß schließlich nur noch 531 Tonnen, was einer Reduktion von etwa 96,6 % gegenüber 2025 entspricht.
Damit zeigt das Zielszenario, dass durch die deutliche Reduktion der Emissionen in der Wärmeversorgung ein wesentlicher Beitrag zur Erreichung der Klimaneutralität der Gemeinden Theres, Gädheim und Wonfurt der VG Theres geleistet werden kann.
(Quelle: BAFA 2025, LfStat 2025a, Eigene Erhebungen und Darstellung EVF 2025)
